Was sind Biozide?
Welche Vorschriften gibt es?
Welche Folgen hat dies für Sie?
Was können wir für Sie tun?

Was sind Biozide?

Biozide sind Wirkstoffe (chemische Stoffe oder Mikroorganismen), die Schadorganismen abschrecken, unschädlich machen oder zerstören sollen. Als Schadorganismen gelten unter anderem Insekten, Nagetiere, Algen, Pilze und Bakterien. Biozide sind daher in zahlreichen Produkten enthalten, die wir in vielen Bereichen des privaten oder beruflichen Lebens einsetzen: zum Beispiel antibakterielle Putz- und Desinfektionsmittel, Holzschutzmittel, Mückenspray und Ameisengift. Allerdings stellen die bioziden Wirkstoffe ihrerseits selbst gesundheitliche Risiken dar.

Welche Vorschriften gibt es?

Seit Ende 2003 sind Biozide in ganz Europa zulassungspflichtig. Die europäische Biozid-Verordnung (BiozidVO EU Nr. 528/2012) hat am 1. September 2013 die bisherige Biozid-Richtlinie 98/8/EG abgelöst. Die Zulassung von Bioziden erfolgt nun in zwei Stufen: Zunächst wird geprüft, ob die in einem Produkt enthaltenen Wirkstoffe bereits in die Unionsliste der genehmigten Wirkstoffe (Positiv-Liste) aufgenommen wurden. Denn nur diese dürfen verwendet werden. Im zweiten Schritt muss der Hersteller in den EU-Mitgliedsstaaten einen Antrag auf Zulassung des Biozid-Produkts stellen. Zuständig sind die Europäische Chemikalien Agentur (ECHA) und die Zulassungsstellen der Mitgliedsstaaten. In Deutschland ist dies die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA).

Ziel der Verordnung ist, dass nur noch geprüfte Biozid-Produkte auf den Markt kommen, deren Wirkung auf Mensch und Umwelt als akzeptabel bewertet wurde und die hinreichend wirksam sind.

Welche Folgen hat dies für Sie?

Aktuell werden in einem „Altwirkstoffprogramm“ alle bereits auf dem Markt befindlichen Biozide geprüft. Dabei werden sowohl das Risiko für Verbraucher, Umwelt und Arbeitnehmer als auch die Wirksamkeit untersucht. In die Unionsliste aufgenommen werden nur Wirkstoffe, bei denen bei bestimmungsmäßiger Anwendung kein unannehmbares Risiko auftritt. Gegebenenfalls wird der Wirkstoff mit Auflagen und Beschränkungen bei der Verwendung versehen. Biozide Wirkstoffe, die nicht in die Positiv-Liste aufgenommen werden, dürfen nicht mehr verwendet werden.

Biozid-Produkte, die sogenannte Altwirkstoffe enthalten, fallen unter eine Übergangsregelung und müssen nicht zugelassen, aber gemeldet werden. Diese Meldung ist kostenlos und kann über ein Online-Formular erfolgen. Gemäß der Biozid-Meldeverordnung aus dem Chemikaliengesetz müssen der Handelsname des Biozid-Produkts sowie Namen, CAS- und EC-Nummer des Biozid-Wirkstoffes angegeben werden. Wird ein Biozid-Produkt unter verschiedenen Handelsnamen vermarktet, sind mehrere Meldungen erforderlich.

Will ein Hersteller ein Biozid-Produkt mit sogenannten Neuwirkstoffen auf den Markt bringen, muss er dafür einen Zulassungsantrag stellen. Die Voraussetzung für die Aufnahme der Wirkstoffe in die Unionsliste sind dieselben wie für Altwirkstoffe. Sobald die Wirkstoffe auf der Positiv-Liste stehen, kann der Hersteller innerhalb von 12 Monaten einen Antrag auf Zulassung des Produktes stellen. Der Antrag muss allerdings in dem EU-Mitgliedsstaat eingereicht werden, in dem das Produkt vermarktet werden soll und gilt zunächst nur national. Soll das Produkt in weiteren EU-Staaten vermarktet werden, muss ein Antrag auf gegenseitige Anerkennung der Zulassung gestellt werden.

Daneben müssen biozide Wirkstoffe seit dem 1. Dezember 2010 und Biozid-Produkte seit dem 1. Juni 2015 auf der Verpackung entsprechend gekennzeichnet werden (CLP-Verordnung).

Im Sinne der material compliance müssen produzierende Unternehmen beispielsweise im Automotive-Bereich prüfen, ob Biozide in den eigenen Produkten enthalten und ob diese laut Biozid-Verordnung verboten sind. Im ersten Fall sind diese im Materialberichtswesen entsprechend zu dokumentieren. Im zweiten Fall sind Maßnahmen zu treffen, damit das Biozid nicht mehr verwendet wird. Wichtig: Es ist unbedingt zu prüfen, ob nicht nur in dem Produkt selbst sondern auch in der Verpackung Biozide enthalten sind, da diese aus der Verpackung in das Produkt übergehen können.

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