Was ist Kobalt?

Kobalt ist ein Schwermetall, das anfänglich vorwiegend zum Färben von Glas und Keramik verwendet wurde. Insbesondere seit den 1990er Jahren wird es in Batterien eingesetzt, mittlerweile ist es in allen Handys bzw. Smartphones und Elektroautos enthalten. Obwohl es inzwischen Alternativen gibt (verschiedene Unternehmen arbeiten an weitgehend kobaltfreien Batterien), ist die Nachfrage weiter hoch.

Abgebaut wird Kobalt meist in der Demokratischen Republik Kongo, da sich hier über 50 Prozent des weltweit bekannten Kobaltvorkommens befindet. Wie bei den sogenannten Konfliktmineralien (Zinn, Tantal, Wolfram, Gold; in ihrer Gesamtheit 3TG genannt) findet auch hier der Abbau oft unter problematischen Bedingungen statt. Bereits im Jahr 2017 hat ein Bericht von Amnesty International über Kinderarbeit in der Lieferkette auf das Thema aufmerksam gemacht, weitere Berichte folgten u.a. auf spiegel.de und deutschlandfunk.de.

Welche Vorschriften gibt es?

Ursprünglich sollte Kobalt neben den oben genannten 3TG das fünfte Konfliktmineral sein, dessen Verwendung mit dem Dodd-Frank Act (Sec. 1502) geregelt werden sollte. Dies scheiterte jedoch am Widerstand zahlreicher Unternehmen. Denn die sorgfältige Prüfung der Herkunft ist sehr aufwendig. Da Kobalt zunächst vor allem als Nebenprodukt des Kupfer- und Nickelabbaus verarbeitet wurde, ließen sich die Schmelzer nicht ohne weiteres identifizieren und validieren.

Während das Excel-basierte CMRT für die Berichterstattung der 3TG dem IPC-1755-Standard folgt, gibt es für die Kobalt-Lieferkette derzeit noch keine gesetzlichen Vorgaben.

Trotzdem gibt es seit 2018 ein Cobalt Reporting Template (CRT), bereitgestellt von der Responsible Minerals Initiative. Im Oktober 2019 wurde die Version CRT 2.0 veröffentlicht, für Herbst 2020 ist die nächste Überarbeitung geplant. Eine Referenzliste der Hütten kann hier heruntergeladen werden.

Hintergrund des CRT sind die OECD-Leitlinien zur Sorgfaltspflicht. Ziel ist es, Informationen über die Herkunft der Mineralien und die Schmelz- und Raffinieranlagen zu sammeln. Viele Unternehmen wie beispielsweise Apple haben sich mittlerweile freiwillig dazu verpflichtet, die gesamte Kobalt-Lieferkette zu verfolgen und offenzulegen. Laut den OECD-Leitlinien bezieht sich die Berichterstattung – anders als im Dodd-Frank Act für die 3TG – auf sämtliche Konflikt- und Hochrisikogebiete (CAHRAs).

Kobalt (CAS-Nr. 7440-48-4) fällt zudem unter die REACH-Vorschriften, da es lang anhaltende schädliche Auswirkungen auf das Wasserleben haben, eine allergische Hautreaktion hervorrufen und bei Einatmung Allergie- oder Asthmasymptome oder Atembeschwerden hervorrufen kann. Somit müssen Hersteller und Importeure Leitlinien zur sicheren Verwendung des Stoffes bereitstellen und Vorsichtsmaßnahmen ergreifen.

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